Altes Jahr ade, das neue ist schon in Spe

Das Jahr geht zu Ende, der Countdown läuft

an Sylvester wird alles in Sekt ersäuft

die ganzen Freuden, die Sorgen, die Schmach

werden am letzten Tag des Jahres noch einmal wach

 

Doch gräme dich nicht, es war gestern und ist bald vorbei

das was war, ist nicht mehr von Bedeutung und einerlei 

ein neues Jahr bringt neue Chancen und neues Glück

überstandene Tage kehren nicht mehr zurück

 

Steck dir neue Ziele und fass' frischen Mut

mit Hoffnung und Frohsinn wird alles gut

begrüß' das neue Jahr wie eine junge Liebe

es wäre nicht gut wenn alles beim alten bliebe

 

Nach dem Winter kommt der Frühling mit strahlender Sonne

wirst dich neu verlieben, fühlst dich jung, welch eine Wonne

die Natur blüht auf und mit ihr dein Gemüt

dein Herz wird leicht und die Lebensfreude sprüht

 

Dein Geist wird erhellt, du machst neue Pläne

es würde mich wundern, wenn es anders käme

drum freut euch auf das neue, unverdorbene Jahr

vielleicht gibt es Frieden auf der Welt, überall sogar

 

Wir können nur hoffen und sehnsüchtig träumen

vielleicht können wir Hunger und Krieg von der Erde räumen

die Zuversicht sollte uns alle Tage tragen

Hand in Hand könnten wir uns nach vorne wagen

 

Denen die Stirn bieten, die andere knechten

das menschliche sollte sich zu einer Einheit verflechten

drum lasst uns alle tun was erforderlich ist

damit die Zeit nicht ohne Nutzen verfließt

Winterbeginn

 

Eilig spricht der Herbst sein Abschiedswort

hat seine Arbeit noch nicht ganz vollendet

in den Auen grünt's noch hie und dort

Der Bäume Kraft noch nicht verschwendet

 

eine Rose steht stolz in meinem Garten

entfaltete gestern ihre anmutige Pracht

doch der Winter lies nicht auf sich warten

nun ist sie leider erfroren über Nacht

 

Schneeflocken tanzten am Morgen ihre Reigen

legten sanft sich nieder auf die erstaunte Natur

ein Strauch vor meinem Fenster musst' sich neigen

auf ihm liegt nun des Winters erste kristallene Spur

 

Der Mensch sehnt sich nach heimeliger Geborgenheit

in den warmen Stuben brennt heller Schein der Kerzen

nach und nach wird kürzer nun merklich die Tageszeit

statt Sonne wärmt nun flackerndes Licht die Herzen

 

Das Jahr neigt sich mit schnellen Schritt dem Ende

Erinnerungen, Freuden, Vergangenes wird lebendig

doch in naher Sicht thront schon die Jahreswende

auf sie ist Verlass, sicher, ohne Umkehr, beständig

 

doch sei nicht traurig und verzagt Menschenkind

der Winter hält bereit auch seine Freuden

die Zeit vergeht wie es schon ewig ist bestimmt

die Jahreszeiten sollten uns sehr viel bedeuten

 

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Erntezeit

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Der Sommer nimmt nun seine Wende

bleibt nicht mehr lange, er muss fort

reicht uns noch einmal seine Hände

und reist zu einem ander'n Ort

 

In allen Fluren und den schönen Auen

ist kein Grün mehr fast zu seh'n

ein sanfter Nebel wie ein Schleier

wird morgens seine Runden dreh'n

 

Der Wald verliert ganz leise sein lieblich grünes Kleid

ein Vogel in des Baumes Krone macht sich zum Flug bereit

versammelt sich mit Freunden und singt ein letztes Lied

denn er ist klug im Köpfchen, er weis was bald geschieht

 

Des Bauern harte Arbeit, sie ist nun fast vorbei

er eggt die letzten Felder und säubert mancherlei

die Scheunen sind gefüllt bis oben an den Rand

durch seinen steten Fleiß und die geschickte Hand

 

Er trocknete die Erbsen und drosch das reife Korn

in jedem neuen Jahr beginnt die Prozedur von vorn'

jedoch des Bauern Liebe, das ist sein weites Land

gelobt sei diese Zunft und unser Bauernstand

 

 

 


Der Mond

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Der Mond mit seinem dicken Bauch

sinnt nach Diäten immer auch

er nimmt mal ab und wieder zu

genau wie wir und ich und Du

 

Er überlegt, was kann er machen oder tun

fasst den Entschluss und denkt sich nun

ich will nicht sein, stets mit diesen Lasten

und fängt dann plötzlich an zu fasten

 

Mein Licht, ich werd es drosseln schnell

so kann ich sparen, Energie eventuell

ich mach ganz einfach meine Lampe aus

wenn ich verzichte wird bestimmt was draus

 

so lange schon bin so rund

das ist doch sicher nicht gesund

ich werd mich ändern, das ist klar

dann bin ich nicht mehr wie ich war

 

mein Leben das sind meine Phasen

manch einer wird mich dafür hassen

wenn ich so scheine in sein Zimmer

dann liegt er wach und schläft nun nimmer

 

Doch gibt es welche die mich lieben

und das ist nicht mal übertrieben

wenn ich mit meinem hellen Licht

erfülle stets und treu die Pflicht

 

Oft hab ich Pärchen schon geseh'n

die wollten nicht nach Hause geh'n

sie saßen nachts auf einer Bank

und war'n vor Liebe fast schon krank

 

sie sahen sich ganz tief in's Auge

da seht ihr mal zu was ich tauge

mein Schein ist es der sie verführt

das hab' ich lange schon gespürt

 

so manch ein Wolf in der Wälder Flur

ist nicht erpicht auf meine Lichterspur

er wird nervös, ist nur am heulen

erschreckt damit bei Nacht die Eulen

 

für den jäger bin ich willkommner Segen

durch mich kann er den Hirsch erlegen

die Flinte angelegt, ein Schuß ein Knall

das Wildbret geht ganz schnell zu Fall

 

es gibt ein Wesen das bei mir wohnt

viele nennen ihn den Mann im Mond

ich selber habe ihn noch nie gesehen

das könnt ihr sicher nicht verstehen

 

ich kann mich leider nicht gut bücken

seh' nicht was da ist, auf meinem Rücken

er schaut auf die Erde, sieht allen zu

mich stört er nicht in meiner Ruh'

 

doch nun zurück zu meinem Thema

ich wandle nach bestimmtem Schema

ein fester Zyklus bestimmt mein Leben

das war schon immer mein Bestreben

 

mal seh ich aus wie ein gebogenes Schwert

dann auch wie ein bleicher Camembert

mal bin ich kreisrund, gefüllt mit Leben

hat sich im Lauf der Zeit halt so ergeben

 

ich überlege, grüble und bedenke

es gibt sehr vieles was ich lenke

der Rhythmus der Gehzeiten

ich bin berufen sie zu leiten

 

hätt' ich immer das selbe Gesicht

käm' alles aus dem Gleichgewicht

das darf ich wirklich nicht riskieren

es würde vieles sich verlieren

 

dann bleib ich lieber wie ich bin

schau dickbackig zur Erde hin

nimm ab und zu wie's immer war

ich hab's beschlossen ganz und gar

 

ich bin der Mond und will es bleiben

will nichts auf die Spitze treiben

hab mein Dasein meinen Wert

und das System bleibt ungestört


 


 

 

Eine fast schlaflose Nacht

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Diese Nacht war grauenvoll, weiß nicht wie ich's sagen soll

legte mich zur Ruh' ins Bett, hatte es ganz warm und nett

löschte Lampe und TV und verkroch mich in den Bau

 

Schlummerte ganz sachte ein, nach 'nem guten Gläschen Wein

plötzlich drang es an mein Ohr, kam mir wie Gesumme vor

meine Haut sie schlug Alarm, denn es juckte mich am Arm

 

Ein Insektenstich ganz klein, war der Grund für meine Pein

ich stand auf und machte Licht, doch ich fand das Mistvieh nicht

blickte hin und wieder her, es zu finden war sehr schwer

 

Ah, da oben an der Decke, wart ich bring dich gleich zur Strecke

hol 'nen Stuhl und stell ihn an, damit komm ich besser ran

mit 'nem Handtuch in der Hand, lehnte ich mich an die Wand

 

Holte aus um sie zu töten, war dabei dann selbst in Nöten

kam in's taumeln, dann in's fallen, musste mir den Vorhang krallen

riss ihn mit in meiner Not und die Mück' war noch nicht tot

 

Das Malheur mit der Gardine, bracht' mich auf 'ne and're Schiene

nahm 'nen Schuh ich voller Wut, damit geht es sicher gut

warf nach oben ich den Schlappen, um den Stecher zu ertappen

 

Auf der Flugbahn steil nach oben, hatte er sich dann verflogen

mann, die Lampe war dran schuld, langsam riss mir die Geduld

guck nach oben, sie war weg, an der Deck' ein schwarzer Fleck

 

sah am Schreibtisch sie jetzt sitzen, da pass auf, du wirst gleich spitzen

nahm das Mousepad, klatschte drauf, doch die Rechnung ging nicht auf

war zu langsam, sie verschwunden, drehte so noch ein paar Runden

 

Irgendwann nach X Versuchen, blieb mir nur das laute Fluchen

ich gab auf und legt' mich hin, machte sowieso kein Sinn

deck mich zu bis an die Ohren, weil die Jagd hab ich verloren

 

Hoffnung keimte auf in mir, denn es war ja satt, das Tier

wünsch die Mahlzeit war genug und es ist bis morgen gut

machte dann die Augen zu, kam um drei dann doch zur Ruh

 

Die Moral von der Geschicht' mach zur Nacht die Fenster dicht

kauf dir ein Insektenspray, damit tust du dir nicht weh

oder schmier dich ein mit Dingen, die den Mücken ekel bringen

 

Irma Ondra

Die Launen der Reichen
"Die Launen der Reichen" Irma Ondra